Konzept für die Suchtprävention an der GS Westerode
Das Sozialsystem Schule übt sowohl einen direkten als auch einen indirekten Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung aus.Der direkte Einfluss bezieht sich auf die Identitätsentwicklung und den Aufbau eines Selbstkonzeptes. Damit ist gemeint, die Wahrnehmung und das Wissen über die eigene Person. Dazu gehört das Wissen über persönliche Eigenschaften, Fähigkeiten, Vorlieben, Gefühle und Verhalten. Über Jahre gibt die Schule Rückmeldungen über die eigenen Fähigkeiten, steht aber auch für Misserfolge und Minderwertigkeitsgefühle. Ziel von Schule muss es also sein der Entwicklung eines negativen Selbstkonzeptes gegenzusteuern. Die Entwicklung eines stabilen Selbstwertgefühls hängt wesentlich mit schulischen Leistungen zusammen, vor allem aber mit der Resonanz darauf von Seiten der Eltern, Mitschüler und Lehrer.
Der indirekte Einfluss erfolgt über die direkte schulische Umgebung, zum Beispiel die Klasse; die Umgebung bestimmt das Selbstbild mit, je nach Akzeptanz oder Ablehnung.
Die Lehrer geben den Schülern Hilfen und Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung, denn nur eine starke Persönlichkeit ist in der Lage Herausforderungen zu meistern und Konflikte zu lösen auch ohne zu Nikotin, Alkohol und anderen Drogen zu greifen. Von Vorteil dabei ist, wenn die Lehrer/innen dabei nicht theoretisieren, sondern den Schülern das, was sie vermitteln, auch vorleben. In diesen Bereich gehören auch zum Beispiel Maßnahmen zur Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstbehauptungsfähigkeit, wie zum Beispiel Projekte (Wing-Tsun), in denen die Kinder unter realitätsnahen Bedingungen trainieren.
Hierzu gehört unter anderem das Training von Konfliktlösungen durch Diskussionen und Gespräche. Es ist nötig auch die theoretischen Grundlagen zu schaffen für die Meisterung der o.g. Herausforderungen und Konflikte, auch ohne Alkohol und Drogen.
Zu den Grundlagen gehört in erster Linie die Gesundheit, und zwar sowohl physisch als auch psychisch. Dieses Gesundheitsgefühl ist eine Barriere gegen Sucht, da sie gleichzeitig auch ein Wohlfühlen erzeugt, das erst gar keine Sucht zulässt.
Dieses Wohlfühlen erreicht man durch Erziehung zur Gesundheit. Einzelne Komponenten sind dabei die Stärkung sozialer Kompetenzen, die Erziehung zu gesunder Ernährung, die Verdeutlichung der Wichtigkeit von Sport und Bewegung und ihre Einbindung in den Schulalltag sowohl in den Pausen, als auch im Unterricht, sowie auch die Aufklärung über Gefahren von Suchtmitteln.
Durch die Stärkung der persönlichen physischen und psychosozialen Ressourcen im Bereich der Gesundheitserziehung stärkt man die persönliche Abwehr gegen Alkohol und Drogen.
Vor allem in Gruppensituationen mit Gleichaltrigen ist eine starke Persönlichkeit von immenser Bedeutung. Die Schüler sollten in der Lage sein auch einmal „nein“ sagen zu können. Das Beibehalten der eigenen Meinung oder Einstellung ist eine wichtige Eigenschaft bei der Gefahrenabwehr gegen „Problemlöser“. Bei allen Trainingsprogrammen und Maßnahmen in diesem Bereich muss großer Wert darauf gelegt werden, dass der Faktor „Spaß“ eine große Rolle spielt; man erreicht dadurch eine hohe Akzeptanz, denn Programme, die widerwillig durchgezogen werden, bringen wenig.
Grundlage für die Erziehung in unserer Schule sollte sein, dass man sich nicht an Schwächen, Problemen und Risiken orientiert, sondern daran geht die Stärkung und Weiterentwicklung der positiven Kräfte zu intensivieren.
Konkrete Maßnahmen zur Suchtprävention im Verlauf der 4 Schuljahre an der GS Westerode:
- immer wiederkehrende Gespräche im Kollegium und auch in den Klassen in fest stehenden Abständen,
- Projekte/Trainingsprogramme zur Ablehnung von Gruppenzwängen,
- man muss auch mal „nein“ sagen können
- Selbstbewusstsein stärken, z.B. durch Projekte wie „Wing-Tsun“
- Sensibilisierung von Gefühlen bei Beobachtungen anderer,
- offener Umgang mit Problemen,
- Schulungen der Schülerinnen und Schüler im Bereich „Konfliktlösung“
Maßnahmen zur Gesundheitserziehung:
- tägliches gesundes Frühstück,
- Zusammenarbeit mit der Aktion „Gesunde Zähne“,
- Wertschätzung von und Aufforderung zu täglicher Bewegung,
- Einbindung der Suchtproblematik in die sachkundlichen Themen der einzelnen Schuljahre, z.B. Gesundheitserziehung, mit Unterstützung externer Fachkräfte
- Thematisierung von Einzelfällen aus den Medien

