Aller Anfang ist schwer
Auch in diesem Schuljahr nahm die Grundschule Westerode wieder an der Kreismeisterschaft der Grundschulen im Fußball teil. Dazu machten sich am 16.06.09 dreizehn Schüler, Herr Klingebiel und einige Eltern auf den Weg nach Goslar zur Sportanlage des SV Rammelsberg, wo um 9 Uhr das Turnier beginnen sollte. Gespielt wurde in vier 3er-Vorrundengruppen, jeweils 17 Minuten pro Spiel. Anschließend ging es in den Platzierungsrunden um die endgültigen Plätze.
Die Vorfreude auf das sportliche Ereignis war bei allen zu spüren, da man, im Gegensatz zum Hallenturnier, in der vermeintlichen Bestbesetzung antreten konnte. Nach der Trikotvergabe und dem Umziehen machten sich die Westeröder Kinder unter Anleitung ihres Sportlehrers fachmännisch warm, so dass die ersten Gegner aus Seesen von der Schildbergschule nun endlich kommen konnten. Doch schon nach relativ kurzer Zeit blieb festzuhalten, dass sich das alljährliche Phänomen der Westeröder Spieler wieder einschlich, den Start schlichtweg zu „verpennen“, denn anders ist die Leistung des Auftaktspiels nicht zu kommentieren. Die Gegner hatten ein leichtes Spiel gegen uns, denn ohne jegliche Gegenwehr, Zweikampfverhalten und Einsatz konnte man das viel ersehnte erste Spiel nicht gewinnen und musste froh sein, dass es nur 0:2 verloren ging. Trotz aller zuvor gefassten Entschlüsse, endlich mal mit einer couragierten und aufgeweckten Spielweise in das erste Spiel des Turniers zu gehen, schlichen die Westeröder „Noch-nicht-wach-Kicker“ bedröppelt vom Platz. Alles Jammern und Wehklagen nützte nichts, denn das nächste Vorrundenspiel gegen die Grundschule Hahndorf stand auf dem Programm.
Fest entschlossen und voller Tatendrang, den ersten Sieg endlich zu erlangen, gingen die Westeröder Kicker auf den Platz und demonstrierten in einem Stehkreis unter motivierenden „Beschwörungen“ ihr Zusammengehörigkeits-gefühl, das so genannte „Mir-san-mir-Gefühl“ und den Willen, zu zeigen, dass man dieses Vorrundenspiel als Sieger beenden möchte. So zeigte sich auch schnell das Bemühen, den Gegner unter Druck zu setzen, doch wie es im Fußball nun mal so ist, der Gegner schießt das erste Tor und man lag mit 0:1 hinten. Jetzt waren nicht nur die Spieler auf dem Platz gefragt, sondern auch der Coach und die Eltern. Durch motivierende Anfeuerungsrufe und taktische Anweisungen nahmen unsere Kicker das Spiel immer mehr in die Hand und kamen durch ein Tor von Nick Sitzenstock zum 1:1 Ausgleich. Kurze Zeit später markierte wiederum Nick Sitzenstock durch eine sehenswerte Einzel-leistung das viel umjubelte 2:1, so dass wir in der Vorrundengruppe den zweiten Platz belegten. Nach diesem Sieg schmeckten nun auch die mitgebrachten Brownies besser, die die Kinder zur Stärkung für das nächste Spiel, welches bekanntlich immer das schwerste ist, voller Freude „verdrückten“. In dem folgenden Spiel ging es gegen den 2. der Gruppe C, die GS Liebenburg. Das Spiel verlief eigentlich zufrieden stellend für Westerode, schnürte man doch zu Beginn den Gegner des Öfteren in dessen Hälfte ein. Leider nutze man die sich ergebenden Chancen nicht, so dass kam, was kommen musste, die Liebenburger gingen mit 1:0 in Führung und erhöhten kurz darauf zum 2:0 Endstand.
Festzuhalten blieb diesmal: Chancen nicht genutzt und zum Unglück kam auch noch Pech dazu, denn besser waren die Liebenburger nicht.
Jetzt war klar, Westerode spielte im nächsten Spiel um den 7. Platz, Gegner diesmal war die GS Immenrode. Obligatorisch war vor dem Spiel wieder der „Westeröder Kreis“, wozu sich alle Spieler kurz vor Anpfiff in einem Stehkreis versammelten, um sich durch kurze prägnante Rufe das nötige Selbstbe-wusstsein für die anstehende Aufgabe zu holen. Phasenweise spielten die Westeröder richtig guten Fußball, zeigten ansprechende Kombinationen, Flanken und Torschüsse, nur wollte der Ball nicht in das Tor fallen, zumindest nicht ins gegnerische Tor, wohl aber in unseres. Ein harter Schuss schlug in unserem Gehäuse ein und es hieß 0:1, doch das beflügelte unsere Spieler, die nun noch mehr mit Macht auf den Ausgleich drängten. Durch schöne Vorarbeit von Nick Sitzenstock musste Marcel Upadek den Ball aus kurzer Entfernung nur noch ins Tor schieben und es hieß somit nach 17 Minuten 1:1. Es folgte ein Achtmeterschießen, bei dem jeweils drei Spieler pro Team gegeneinander antraten. Zuerst war Immenrode am Zug, alles schaute gespannt auf den Schützen und natürlich auf Jacy Kopplin, unseren Torwart. Der Immenröder Spieler lief an, schoss und… Jacy hielt. Das war ein Auftakt nach Maß. Nun hatte Nick Sitzenstock die Chance, uns mit 1:0 in Führung zu bringen. Er lief an und ein satter Schuss in die linke Ecke ließ alle Westeröder jubeln. Der nächste Immenröder lief an und traf zum 1:1 Ausgleich, obwohl Jacy Kopplin noch am Ball war. Nun war Jonas Hundertmark an der Reihe, ließ sich nicht verunsichern und verwandelte eiskalt zur 2:1 Führung. Jetzt kam der letzte Schütze aus Immenrode dran, der unbedingt treffen musste. Anlauf, Schuss…vorbei! Das Spiel war entschieden zugunsten der GS Westerode. Wir siegten 3:2 nach Elfmeterschießen und erreichten schlussendlich Platz 7, mit dem man dann auch zufrieden sein konnte. Die Spieler jubelten, die Eltern klatschten Beifall und Herr Klingebiel freute sich über die im Verlauf des Turniers immer besser werdenden Leistungen.
Die Kinder aus Westerode zeigten somit, dass sie, je später es wurde, zu immer besseren Leistungen fähig waren, so dass im nächsten Jahr der Wunsch besteht, erst um 11 Uhr ins Geschehen einzugreifen, um dann eventuell auch mal den Sieg solch eines Turniers zu erlangen ;-)
Turniersieger wurde in diesem Jahr übrigens die GS Bündheim mit einem 2:0 Sieg über die GS Sudmerberg.
Abschließend sei noch anzumerken, nicht jeder frühe Vogel fängt den Wurm, sondern hinten ist die Ente fett, soll heißen, je später der Tag, desto größer die gezeigten Leistungen der Westeröder!
Am Turnier nahmen teil:
Julian Holz (Klasse 2), Lennart Bothe, Michel Bönig, Jonas Hundertmark, Joshua Simon, Tristan Pahlen, Justus Bleil (alle Klasse 3), Kenneth Köhler, Jonathan Friehe, Nick Sitzenstock, Jacy Kopplin, Marcel Upadek und Tim Sawall (alle Klasse 4).
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